In den letzten beiden Jahren ist innerhalb von zahlreichen linksradikalen Gruppen eine breite Debatte geführt worden, welche im wesentlichen um die folgenden Fragestellungen kreiste: Kann eine Kritik an Deutschland nur noch im Kontext der Kritik einer allgemeinen Verwertungslogik geäußert werden? Sind demnach Phänomene wie Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, eine Biologisierung des Sozialen, usf. bloß einer solchen untergeordnet? Ist die antideutsche Kritik letztlich obsolet geworden?

In der besagten Debatte hatten wir uns mehrfach zu Wort gemeldet. Dabei ging es uns – zumindest nicht vordergründig – um die Fragestellung nach dem deutschen Sonderweg, als vielmehr um eine kritische Infragestellung eines einseitigen ökonomischen Reduktionismus. An eben dieser Kritik halten wir nach wie vor fest. In diesem Zusammenhang und weil wir auch weiterhin daran interessiert sind, dass diese Debatte geführt wird, möchten wir unsere Positionen nochmalig bekräftigen.

Die Initiative gegen jeden Extremismusbegriff (INEX) aus Leipzig arbeitet seit mehreren Jahren unter anderen zur Kritik an der Extremismusformel und zum Thema Totalitarismus. Ende des Jahres erscheint im Unrast-Verlag der Sammelband Das Ende des Kommunismus? Zur linken Kritik an Stalinismus und Realsozialismus.