Die offene Diktatur des Finanzkapitals? Ein Resultat des Klassenkampfs der Kleinbürger? Oder die Herrschaft einer über den Klassen stehenden verselbstständigten Exekutivgewalt? Als in den 1920er Jahren mit dem italienischen Faschismus eine vollkommen neuartige rechtsradikale Massenbewegung die Bühne der Weltpolitik betrat, entstanden in den kommunistischen Parteien Europas zahlreiche konkurrierende Versuche, dieses in sich so widersprüchliche Phänomen theoretisch zu fassen. Der Vortrag bietet einen Überblick über die „Klassiker“ der marxistischen Faschismusdiskussion der 20er und 30er Jahre. Behandelt werden die Theorien von Grigori Sinowjew, Georgi Dimitroff, Wilhelm Reich und August Thalheimer.

Der Referent studiert Sozialwissenschaften und beschäftigt sich in seiner Abschlussarbeit mit faschismustheoretischen Perspektiven auf die chilenische Militärdiktatur