,Denn es gibt nichts Unverstümmeltes mehr‘
Zum Zusammenhang von Tausch, Identität und Zerstörung bei Theodor W. Adorno

Für Adorno ist das “Gesetz, nach dem die Fatalität der Gesellschaft abrollt, […] das des Tausches”. Dieses Gesetz steht in einem engen Zusammenhang mit dem Identitätsprinzip. Beide haben, so Adorno, eine gemeinsame Genese und das eine ist nicht ohne das andere zu denken. Wie das Subjekt auf­grund des Identifikationsprinzips die Sache einem Begriff subsumiert, und das, was in diesem nicht aufgeht, ,wegschneidet‘, werden durch das Tauschprinzip Dinge mittels des Tauschwerts kom­mensurabel gemacht, indem die Qualitäten der Dinge zugunsten der Quantität vernachlässigt werden. Im Verbund mit dem identifizierenden Denken stellt das Tauschverhältnis den Zusammenschluß der Gesellschaft her, der heute zu einem lückenlosen geworden ist. Unter diesem “universalen Bann” stehend, erliegt die Gesellschaft der Dynamik einer fessellosen Steigerung der Produktivität, die einhergeht mit einer tendenziell grenzenlosen Steigerung des Zerstörungspotentials.
Diesen Zusammenhang von Tausch, Identität und Zerstörung versucht der Vortrag zu erläutern.