Bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts war das Interesse an Begriff und Gegenstand der Klasse quer durch die – auch damals schon hetreogene – radikale Linke ausgeprägter als heute. Die Vorstellung, dass in den modernen kapitalistischen Gesellschaften Westeuropas die Klassen verschwunden seien, ist zudem in den Sozialwissenschaften und im politischen Diskurs nahezu hegemonial geworden. In der Tat spricht einiges dafür, dass der Bezugspunkt “ArbeiterInnenklasse” an Bedeutung verloren hat, da von einem zahlemäßig relevanten, revolutionär gesinnten Proletariat kaum irgendwo auf der Welt – und erst recht nicht in der Bundesrepublik – gesprochen werden kann.

Bei dieser Veranstaltung soll es zunächst darum gehen, was Marx und Engels unter dem Begriff der Klasse und insbesondere dem der Arbeiterklasse überhaupt verstanden und welche Bedeutung sie der Arbeiterklasse bei der Überwindung des Kapitalismus beigemessen haben. Hieran schließt sich die Frage an, inwiefern diese Überlegungen heute noch als aktuell gelten können. Vor diesem Hintergrund soll schließlich diskutiert werden, welche gesellschaftlichen Gruppen heute als “das revolutionäre Subjekt” in Betracht kommen.

Über diese Fragen diskutieren Werner Seppmann, Mitglied der Marx-Engels-Stiftung und Autor mehrerer Bücher zur Entwicklung der Klassengesellschaft in der Bundesrepublik und Sven Ellmers, der im Arbeitskreis Rote Ruhr Uni aktiv ist und 2007 das Buch “Die formanalytische Klassentheorie von Karl Marx” veröffentlicht hat.